Dampf im Kessel - Stuttgart Lauf 2017

Nachdem meine laufenden Kollegen und ich im letzten Jahr beschlossen hatten, regelmäßig an Wettbewerben teilzunehmen, fiel die Wahl fast zwangsläufig auf den 24. Stuttgart Lauf. Der liegt für uns ja nun wirklich vor der Tür.

Der Nachteil am Stuttgart Lauf ist, dass er im in Stuttgart doch meist recht schwülen Juni stattfindet, aber zwei meiner drei mitlaufenden Kollegen (beide bereits Wiederholungstäter) meinten, dass der Lauf an sich ganz gut sei.

Also flugs angemeldet und auf den Tag des Stuttgart Laufs trainiert - schließlich wollte ich mein Ergebnis vom Weinstraßen Marathon unterbieten und träumte sogar von einer 1:49.xx Zeit.

Am Vorabend des 25. Juni holte ich mir die Startunterlagen in der Hans-Martin-Schleyer Halle ab und schlenderte noch kurz über die vielgepriesen Läufermesse... Wirkliche Schnäppchen fand ich nicht - allerdings hatte ich auch absolut keinen Bedarf.  Mit der Plastik-Tüte in denen sich die Startunterlagen befanden, machte ich mich auf den Heimweg und inspizierte diese auf dem heimischen Balkon. Neben der Startnummer und dem Leihchip enthielt die Tüte eigentlich nur Flyermüll und einen Gutschein für eine Fertigmaultasche auf der Pastaparty - bei 28 € Startgebühr eher enttäuschend. Etwas kompensiert wird der negative Ausschlag in der Umweltbilanz durch die Startnummer, welche am Wettkampftag als Ticket für den ÖNPV gilt - eine gute Sache, um der Parksituation um das Veranstaltungsgelände zu umgehen.

Früh am Morgen des 25. Juni nach dem bewährten Frühstück mit Haferflocken, Milch, Honig und ausnahmsweise Tee (wegen der zu erwartenden Wärme) schnappte ich mir meine Laufverpflegung un den Rucksack mit den Wechselklamotten und machte mich auf den Weg zu Bahn.

Auf dem Weg zur Veranstaltung hörte man bereits die ersten Läufergespräche und ich war dankbar, dass ich meine Startunterlagen am Vortag abgeholt hatte - denn es schien an der Nummernausgabe recht voll zu werden. Manche hatten wohl das Pech, dass Sie direkt am Veranstaltungstag von weiter her mit den Öffis angereist sind und es wohl Zugausfälle gab.


vor dem 24. Stuttgart Lauf

Auf dem Veranstaltungsgelände dann noch schnell mit den mittlerweile eingetroffenen Kollegen die Wechselklamotten abgegeben, noch einmal über das Veranstaltungsgelände geschlendert und nochmals die Toiletten am Stadion besucht (ich meide Dixi Klos wie der Teufel das Weihwasser)...

Der Wetterbericht ließ schlimmes befürchten, denn es waren Temperaturen um die 28 Grad vorhergesagt - allerdings keimte mit der Ankunft Hoffnung auf, denn der Himmel bezog sich - leider hielt dieser Zustand nur bis kurz vor den Start um 9 Uhr an und dann kam die Sonne wieder voll zum Einsatz. Der Veranstalter hatte den zu erwartenden Temperaturen aber Sorge getragen und zusätzliche Verpflegungsstellen und Duschen eingerichtet.

Wir bezogen unsere Startblöcke und warteten auf den Beginn. Diesmal startete ich meine Uhr rechtzeitig, damit mir nicht wie beim Bottwartal Marathon ein paar Meter fehlen. Witzig finde ich immer, wie ich beobachten kann, wie mein Puls von Minute zu Minute vor dem Beginn steigt. Mit dem Startschuss lag er bei 125. Unser Block setzte sich gegen 9:10 Uhr in Bewegung, kurz danach überschritt auch ich die Startlinie Richtung Untertürkheim. Die Stimmung am Straßenrand war gut und auch die Sonne lachte über uns (vermutlich auch im übertragenen Sinne) aber leider bot die Strecke nicht viel Schatten.

Nach knapp 2 km unterquerte man die S-Bahn und lief in die entgegengesetzte Richtung, hier boten die Häuser teilweise Schatten und wenig später kam der erste Versorgungsstand. Wieder schüttete ich mir den größten Teil des Wassers eher über das Shirt als in den Körper, aber selbst das sorgte für Abkühlung - zumindest habe ich mich nicht furchtbar verschluckt.

Kurz danach dachte ich mir, dass es Zeit wäre einen Schluck aus meiner mitgenommen Flasche zu trinken - leider hatte ich irgendwie übersehen, dass der Inhalt kohlesäurehaltig war! Mit einem lauten Spritzgeräusch duschte ich mich und meine beiden Nebenläufer - sorry an Euch, falls Ihr das hier lest...

Weiter ging es Richtung Neckar und an die Weinhänge, hier wurde die Luft etwas besser und am nächsten Versorgungsstand sorgte eine Dusche für wirklich gute Abkühlung. Hoffentlich verzeihen mir meine Füße, dass ich von jetzt an in völlig durchweichten Schuhen lief, dachte ich mir auf dem Weg Richtung Max-Eyth-See.


irgendwo zwischen Neugereut und Max-Eyth-See

In der Nähe der 10 km Marke lief man an einem Kentucky Fried Chicken vorbei und kurz war ich durch den Geruch am überlegen, ob ich hier den Lauf nicht beenden sollte, was ich aber nicht tat. Mit der Überquerung des Neckars war die Halbzeit des Laufs angebrochen. Auf der nun zu laufenden Strecke entlang des Neckars war die Temperatur meines Erinnerung nach erträglich.

Als Verpflegung hatte ich diesmal neben der obligatorischen Packung Minigummibärchen, Traubenzucker und einer Tüte Fruchtbrei mitgenommen. Den Traubenzucker und den Fruchtbrei verschlang ich bei der 12 km Marke und hoffte auf schnelle Energiegewinnung. Der Fruchtbrei war dermaßen süß, so dass der Traubenzucker fast fad schmeckte. Ich redete mir ein, dass ich mich an dem Brei wenigsten nicht so leicht verschlucken konnte wie an Gummibärchen -trotzdem freute ich mich auf das Tütchen an der 15 km Markierung.

Wir näherten uns Bad Cannstatt und liefen den Bogen durch die Fußgängerzone, interessanterweise kann ich mich nicht dran erinnern, dass man hier teilweise über Kopfsteinpflaster lief, das entdeckte ich erst ein paar Tage später auf Laufbildern. Beim Lauf durch die Unterführung der Mercedes Straße, kommt die Erkenntnis,dass das Ziel, die Mercedes-Benz-Arena, liegt Luftlinie eigentlich nur noch knapp 1 km entfernt ist, leider aber noch knapp 4 km vor einem, da man noch eine Runde entlang des Cannstatt Carrées laufen darf. Die leichte Steigung kommen einem so vor als würde man gerade auf den Gipfel im Hochgebirge zustürmen. Auf der anderen Seite, man wusste ja, auf was man sich einlässt und man hat dafür schließlich gezahlt...

Irgendwo zwischen Kilometer 18 und 19 machte sich meine Blase bemerkbar und ich musste Gas geben, denn eine Toilettenpause kam jetzt nicht mehr in Frage - jetzt bloß nicht die Zielzeit versauen, obwohl ich bei der 15 km Marke gemerkt hatte, dass es nicht für eine Zeit unter 1:50 reichen würde, dafür war es mir einfach zu warm. Ich gab noch einmal Vollgas, bemitleidete innerlich den oder die Läuferin, die 800m vor dem Ziel Hilfe durch Sanis in Anspruch nehmen musste, lief in das Stadion ein und passierte die Ziellinie.


Zieleinlauf

Jetzt nur schnell zur Toilette und dann die Kollegen suchen. Ich entdeckte, dass meine Frau auch gekommen war und verabredete mich mit Ihr vor dem Stadion -von ihr stammt auch das Foto meiner Ziellinienüberquerung. Nach dem obligatorischen (alkoholfreien) Finisherbier und auf dem Weg zum Ausgang entdeckte ich die größte Gemeinheit des Laufs: 

Um den Ausgang zu erreichen und die Medaille in Empfang zu nehmen musste man sich eine Treppe hochquälen... Das war schon ein bisschen gemein ;)

Vor dem Stadion trafen wir uns alle wieder und suchten unsere Ergebnisse im Internet. Eigentlich habe ich mein Primärziel, besser als beim Weinstraßen Marathon zu sein mit knapp 1:54 locker um eine Minute unterboten, aber da man ja Läuferprobleme hat, ärgert man sich, dass das Sekundärziel unter 1:50 zu laufen doch weit verfehlt wurde...

Naja, First World Problems halt.




Fazit für mich: Der Stuttgart Lauf ist eine gute Mischung aus Landschafts- und Citylauf, der von der Organisation wirklich top ist. Leider ist der Termin nicht optimal, da die Sommer in Stuttgart sehr schwül und heiß werden können, aber daran wird sich wohl auch nichts ändern. Schön fände ich es, wenn der Startbeutel aus ner Plastiktüte durch eine etwas nachhaltigere Alternative ersetzt werden würde. Ich werde 2018 beim 25. Lauf auf jeden Fall mitlaufen.

Kommentare

  1. Hallo Marc,

    gut (besser) gefüllte Startersackerl hast Du in Österreich, da können wir z.B. den Achenseelauf empfehlen. Ansonsten: ist doch eine klasse Zeit, bei den Bedingungen. Für Frauchen wären sie ideal gewesen ...
    Gruß Iwan

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  2. Moin Iwan,

    schaue ich mir mal an und plane ggf was fürs nächste Jahr ein :)
    Gruß Marc

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