14. Bottwartal Marathon - zweiter Versuch

Wieder kam das Wochenende des 14. Bottwartal Marathons und ich muss sagen, dass ich mich wirklich drauf freute.

Mittlerweile hatte ich Routine drin, Trainingspläne zu lesen und sie dann doch nicht in der Form umzusetzen, mein längster Lauf waren (großzügig gerechnet) 13 km, aber immerhin hatte ich kein schlechtes Gewissen deswegen mehr - ich machte also einen großen Fortschritt.

Morgens also wie immer meine Haferflocken mit Honig, Milch und Kaffee verspeist und schnell noch meine Laufsachen überprüft (nicht, dass ich die schon am Abend rausgelegt hatte  - aber manchmal reitet auch mich ein kleiner Monk 😉). Diesmal nahm ich auf Empfehlung eines Kollegen Gels zur Stärkung mit und nur ein Minipäckchen Gummigetier.

Meine Laufausrüstung wurde dank meines vor kurzem erfolgten Geburtstags um Kompressionsstrümpfe erweitert und ich wagte den Versuch direkt mit fast neuen Laufschuhen einen Halbmarathon zu laufen. Bisher hieß es bei mir ja immer, aber es kam ganz anders...

Pünktlich fuhr meine Frau mich an den Start - diesmal hatte ich auch eine nicht gesperrte Anreiseroute ausgesucht und so war ich fast 1h vor Startbeginn in Oberstenfeld und wartete mit den anderen Halbmarathon-Läufern auf unsere Startzeiten ab 11 Uhr. Trotz der angesagten warmen Temperaturen muss ich sagen, dass ich froh war, dass es auch warmen Tee gab. 

Kurz vor meiner Startzeit traf ich meine Kollegin, die als einzige aus unserer inoffiziellen Laufgruppe ebenfalls mitlief. Wir plauderten noch ein wenig, v. a. über unsere angepeilten Zielzeiten, dann stellte ich mich in meinen Block und wartete auf das Startsignal - meine Uhr war scharf geschaltet, so dass diesmal den 21,1 km auf der Uhr nichts im Wege stehen würde. Diesmal wollte ich ich die angepeilte Zeit von irgendwas unter 1:50 unbedingt schaffen und stellte mich in Sichtweite des 1:45 Pace-Makers.


Warten auf den Startschuss
Mit dem Überqueren der Startlinie prüfte ich noch nach, ob meine Uhr auch lief, was sie, wie ich erleichtert feststellte, auch tat. Wie auch im letzten Jahr, war die Stimmung von Anfang an richtig gut und die Zuschauer feierten jeden Läufer, als wäre er das persönliche Idol... 

Ich muss sagen, dass es wirklich ein riesiger Vorteil ist, wenn man die Strecke schon einmal gelaufen ist, denn man kann den Lauf komplett anders angehen. Nach der ersten Kehre ging es nochmals durch Oberstenfeld-  leider verpasste ich meine Kollegin, die einen Block nach mir gestartet war - naja, dann trifft man sich halt erst wieder auf ein Zielbierchen :)

Dieses Mal merkte ich förmlich, dass mich kürzlich kein Infekt irgendwie gepiesackt hatte und ich konnte das Tempo soweit erhöhen, dass ich lange auf Höhe der 1:45 Läufer lief ohne dass mein Körper irgendwelche Anzeichen von mimimis zeigte.

Nach 5 km beschloss ich, dass es mal Zeit wäre für einen kleinen Zuckerschub aus dem Beutel und ich versuchte ein Energiegel zu öffnen - das war nicht ganz so einfach wie gedacht, aber es ging noch gerade so. Dann kam eine Erkenntnis, die man sich hätte besser sparen können - das Gel schmeckte mit Verlaub gesagt richtig zum K...,  beschi... äußerst gewöhnungsbedürftig. Tapfer würgte ich es runter und war eine gefühlte Ewigkeit damit beschäftigt dieses auch in mir zu behalten... Ein bisschen weinte ich meinen Gummitierchen nach, an denen konnte man sich zwar herrlich verschlucken, aber die schmeckten wenigstens. Nächstes Mal, nahm ich mir vor, probierst Du die Dinger vorher...


Mitten im Bottwartal


Nach der gefühlten Ewigkeit und einem Schluck aus meiner Flasche ging es dann aber echt gut weiter und ich hoffte, dass die anderen beiden Sorten des Energiegels nicht genauso schlimm schmecken werden. Das kann ich kurz machen, alle drei Energiegels schmeckten zum davonlaufen - aber evtl. liegt ja auch darin der Sinn, damit man schneller läuft ;) 

Zumindest merkte ich, dass es an der Zeit war mich von den Pace Läufern zu lösen und sogar etwas schneller als diese zu Laufen. Ich hoffte, dass das gut gehen würde und nicht irgendwo der Mann mit dem Hammer auf mich warten würde...

Ich passierte "wohlbekannte" Orte und erfreute mich an der Umgebung, denn das Wetter war mittlerweile genauso wie versprochen und man konnte die herbstlich gefärbte Landschaft wirklich genießen.


irgendwo hinter Beilstein

Im Beilstein mussten eine Marathonläuferin und ich herzlich über die Anfeuerung eines Bestattungsuntermnehmens lachen, denn sie standen direkt neben dem Leichenwagen... 

Ansonsten verging die Zeit wie im Fluge und ich tankte nochmals ein Energiegel nach und erfreute mich an meiner einzigen Tüte Gummitierchen und kam dann schließlich in Steinheim an. Hier erfreute ich mich wieder an der Stimmung bei der Zielüberquerung und nahm die Finischermedaille dankend entgegen. 

Ich musste 2x auf die Uhr gucken, hier standen handgestoppte 1:42:00 (!!!) - ich war dermaßen happy, ich hätte fast geheult...

Ich habe dann noch auf die Kollegin geartet und zusammen mit meiner Frau gab es noch ein gemütliches Finisherbier - alkoholfrei...

Zu Hause stellte ich fest, dass das offizielle Ergebnis sogar noch ein paar Sekündchen unter 1:42 lag - also meine absolute PB!

Auf die Frage warum ich so schnell lief, könnte ich jetzt sagen, dass es an den neuen Schuhen, den Energiegels oder den Kompressionsstrümpfen lag - mal schauen, ob sich ein Sponsor für eine Aussage findet 😂😂😂😂 Zumindest habe ich mir weder eine Blase gelaufen trotz neuer Schuhe und Socken.

Mein Lauffazit für dieses Jahr: Der BWM ist mit einer der schönsten Läufe, die ich kenne (das sind verschwindend wenige). Die Strecke ist auch gerade für PB nahezu prädestiniert, da sie ein leichtes Gefälle hat. Das nächste Mal bin ich wieder am Start :)







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